Dzhankoye

Ein jiddisches Lied aus der Sowjetunion.

Im zaristischen Russland war es Juden verboten, Land zu besitzen, und sie waren auf bestimmte Berufe beschränkt, v.a. Handwerker und Händler. Jüdische Bauern dagegen gab es nicht. Das änderte sich erst mit der russischen Revolution.

In Dzhankoye auf der Krim war ein landwirtschaftliches Depot, wo jüdische Kollektivbauern aus der Umgebung ihre Produkte ablieferten. Während der deutschen Besatzung wurde alles bis auf den Grund abgebrannt. Man hört aus dem Lied, wie stolz die jüdischen Bauern auf ihre Anlage sind.

Az men fort kayn Sevastopol,
Iz nit vayt fun Simferopol,
Dortn iz a stantsie faran.
Ver darf zukhn naye glikn?
S’iz a stantsie an antikl
In Dzhankoye, dzhan, dzhan dzhan

Hey dzhan, hey dzhankoye
Hey dzhanvili, hey dzhankoye
Hey dzhankoye, dzhan dzhan dzhan

Enfert yidn af mayn kashe,
Vu’z mayn bruder, vu’z Abrasher?
S’geyt ba im der trakter vi a ban
Di mume Leye ba der kosilke
Beyle ba der molotilke
In dzhankoye…

Ver zogt as yidn konen nor handlen
Esn fete yoykh mit mandlen,
Nor nit zayn kayn arbetsman?
Dos konen zogn nor di sonim
Yidn, shpayt zey on in ponim
Tut a kuk af dzhan dzhan dzhan

trad.

stantsie = landw. Depot
kashe = Frage
kosilke = Mähmaschine
molotilke = Dreschmaschine
fete yoykh = fette Suppe
sonim = Feinde
ponim = Gesicht

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