Kategorie: Jüdische Kultur

Brennende Synagoge

Kristallnacht

Heute ist der 81. Jahrestag der Reichspogromnacht. Und trotz der beklemmenden Aktualität, den das Thema gerade in diesem Jahr hat, habe ich das Gefühl, dass es vor lauter 30-Jahre-Mauerfall-Beiträgen medial ziemlich stiefmütterlich behandelt wird. In der Nacht vom 9. zum 10. November 1938 brannten in ganz Deutschland die Synagogen, unzählige jüdische Geschäfte wurden zerstört – das Glas der zerbrochenen Fensterscheiben führte zu dem Namen „Kristallnacht“. Unter  diesem Namen...

Klagemauer

Jom Kippur

Ausgerechnet Jom Kippur. Ausgerechnet mit diesem Namen verbinden sich Gewalttaten. Vielen von uns fällt zu diesem Namen vermutlich zuerst der Jom-Kippur-Krieg von 1973 ein. Und jetzt, 2019, das Attentat von Halle. Jom Kippur ist der allerhöchste jüdische Feiertag, 10 Tage nach Rosch Ha-schanah, dem jüdischen Neujahrsfest. Er ist der Höhepunkt einer zehntägigen Zeit, in der es darum geht, sich zu läutern, Ballast des alten Jahres abzuwerfen, und v.a....

Girona

Kol Colé in Girona

Auf unserer Konzertreise nach Fès diesen Sommer sind wir schon einmal tief in die jüdisch-sephardische Vergangenheit von Marokko eingetaucht. Bella Liebermann hat hierzu einen ausführlichen Bericht geschrieben. Der letzte Monat führte uns dann wieder außer Landes, diesmal nach Girona in Spanien. Und auch hier gibt es viele Spuren einer vielfältigen und reichen jüdischen Vergangenheit zu entdecken. „El Call“ ist eine alte Bezeichnung für die Judenviertel in katalonischen Städten....

Kol Colé in Fès

Das Festival der geistlichen Musik in Fes (Marokko)

Ein weiteres Märchen aus 1001 Nacht Ein Gastartikel von Bella Liebermann Dieses Jahr ist das Festival 25 Jahre alt und das Ensemble Kol Colé (Köln, Klezmer Ensemble) wurde hierzu eingeladen und hatte die Ehre, mit zwei Konzerten aufzutreten – am 19. und 20. Juni in der Synagoge El Fassiyne. Fes Fes soll die am wenigsten touristische Großstadt Marokkos sein. Sie lebt ihr aktives Leben, in dem die Traditionen...

Kölner Karneval im Nationalsozialismus

Hans David Tobar – ein jüdischer Karnevalist

Hans David Tobar (geboren 1888 in Köln, gestorben 1956 in New York City) war als Kabarettist und Krätzchensänger ein fester Bestandteil im kölschen und im rheinischen Karneval der  20ger Jahre. 1933 wurde er, wie die meisten jüdischen Künstler, mit einem Berufs- und Auftrittsverbot belegt, 1939 floh er in die USA. Anläßlich einer Gedenkfeier („Hommage an Hans Tabor“), veranstaltet vom Kavod e.V. am 24. Februar im Lern- und Gedenkort...

Chelm

Chelm – Village of Idiots

Chelm ist eine Stadt im Osten Polens, unweit der ukrainischen Grenze. Fast die gesamte jüdische Bevölkerung Chelms wurde in den Jahren 1939 – 1944 im nahe gelegenen Vernichtungslager Sobibor umgebracht. In der jüdischen Folklore und Literatur sind die Chelmer vergleichbar mit den Schildbürgern, Narren, deren ausgefallene Aktionen meist idiotisch, manchmal aber auch schon wieder fast genial anmuten. Der folgende, liebevoll gestaltete kanadische Zeichentrickfilm stammt von Eugene Fedorenko und...

Yiddish Glory

Yiddish Glory – The Lost Songs of World War II

Die Bilder, die wir im Kopf haben und assoziieren mit den Begriffen „Jude“, „Russland“ und „2. Weltkrieg“ sind eindeutig: passive Opfer, erschossen in ihren Dörfern, interniert in Ghettos und deportiert in Konzentrationslager. „Yiddish Glory“ zeigt eine andere, aktive und weitgehend unbekannte Seite: Lieder von jüdischen Soldaten und über jüdische Soldaten in der Roten Armee. Lieder von Partisanen und Widerstandskämpfern. Lieder von Abschied und Verzweiflung ebenso wie Lieder von...

Der Rebbe Elimelekh

Der Chassidismus ist eine religiöse Erneuerungsbewegung, die von dem charismatischen Israel Ben Eliezer (der „Baal Schem Tov“) ins Leben gerufen wurde. In ihm vereinen sich mystische und kabbalistische Strömungen, Musik und Tanz spielen eine wichtige Rolle beim Gebet. Entstanden ist der Chassidismus in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, seine Blütezeit erlebte er in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts v.a. in der Ukraine, in Galizien und in...

Vanished World

Vanished World – die Fotos von Christian Herrmann

„The traces were still there. But time would slowly blur them and nothing would be left.“ – Edgar Hilsenrath „Seit Jahren fotografiert Christian Herrmann Spuren jüdischen Lebens in Osteuropa, dokumentiert sie in seinem Blog „Vanished World“, sowie in Ausstellungen und Büchern. Der in Köln lebende Fotograf interessiert sich vor allem für Orte, die noch von keiner „Erinnerungskultur“ überformt wurden und wo die verheerende Kraft der Diktaturen des 20....

Nowogrudok

Nowogrudok

Das Museum des jüdischen Widerstandes in Nowogrudok Dieser Text stammt aus einem Vortrag, den Bella Liebermann kürzlich anläßlich ihrer Reise durch Weißrussland gehalten hat. Nowogrudok ist eine kleine, gemütliche Stadt. Es gibt verschiedene Wohnhäuser aus dem 18. und 19. Jahrhundert, eine orthodoxe Kirche aus dem frühen 15. Jahrhundert, eine katholische Pfarrkirche , eine Synagoge aus dem 18. Jahrhundert und das Adam-Mickiewicz-Haus. Adam-Mickiewic, polnischer Nationaldichter, wurde in Nowogrudok getauft...