Der Bund kehrt zurück
https://progressive.org/latest/the-bund-is-back-mogul-20260331: dies ist ein interessanter Artikel in The Progressive Magazine über den jüdischen Arbeiterbund, der Anfang des letzten Jahrhunderts in Osteuropa und in Amerika sehr aktiv war, und welche Auswirkungen und Inspirationen er heute wieder für europäische und amerikanische Juden bietet. Hier ist eine deutsche ( teilweise mit Hilfe von KI erstellte) Zusammenfassung des Artikels:
Der Artikel beschäftigt sich mit der Rückkehr des Bund als politischer und kultureller Bezugspunkt für jüdische Linke heute. Gemeint ist damit nicht einfach eine nostalgische Erinnerung an eine vergangene Bewegung, sondern die Frage, ob der Bund im 21. Jahrhundert wieder als lebendige Idee dienen kann. Der Text verbindet historische Einordnung mit Beobachtungen aus der Gegenwart und zeigt, warum diese fast vergessene Tradition erneut Interesse weckt.
Der Bund, der Allgemeine Jüdische Arbeiterbund, entstand Ende des 19. Jahrhunderts im Osten Europas. Er war eine sozialistische Bewegung, die sich für die Rechte jüdischer Arbeiter einsetzte und im Gegensatz zum Zionismus jüdisches Leben nicht über einen Nationalstaat definierte. Stattdessen stand die Idee im Mittelpunkt, dass Juden auch in der Diaspora ein eigenständiges politisches und kulturelles Leben führen können. Besonders wichtig waren dem Bund soziale Gerechtigkeit, Selbstorganisation und die Förderung von Jiddisch als Alltagssprache und Kulturform.
In Russland wurde der Bund unter Stalin ab den 20ger Jahren verfolgt, in Polen konnte er sich bis 1938 halten. Nach dem Krieg und dem Holocaust war klar, dass jüdisches Leben in der europäischen Diaspora keine Chance hatte, und alle Anstrengungen konzentrierten sich auf die zionistische Idee eines eigenen jüdischen Staates.
Aber genau die ursprünglichen Vorstellungen des Bundes wirken für manche Menschen heute wieder attraktiv. In einer Zeit, in der jüdische Identität oft stark mit Fragen von Israel, Zionismus und Sicherheit verbunden wird, bietet der Bund ein anderes Modell. Er stellt die Diaspora nicht als Defizit dar, sondern als legitimen Ort jüdischer Existenz und politischer Gestaltung. Für einige junge Aktivisten und Intellektuelle ist das interessant, weil es jüdische Identität mit linker Politik, Minderheitenschutz und Solidarität verbindet.
Der Artikel macht deutlich, dass diese Rückkehr des Bund nicht nur akademisch ist. Sie zeigt sich in Diskussionen, Projekten und politischen Gruppen – aktuell in den USA, in Frankreich und in Wien – die sich auf historische Begriffe wie kulturelle Autonomie, Arbeiterpolitik und kollektive Selbstvertretung beziehen. Dabei geht es oft um die Suche nach einer jüdischen Politik, die weder nationalistisches Denken noch bloße Assimilation übernimmt. Der Bund dient hier weniger als festes Programm, sondern eher als Inspirationsquelle für neue Formen jüdischer Selbstverständigung.
Gleichzeitig wird der Bund im Text nicht verklärt. Die historische Bewegung entstand unter sehr anderen Bedingungen, geprägt von Verfolgung, Armut und politischer Unsicherheit. Viele ihrer Antworten lassen sich nicht einfach in die Gegenwart übertragen. Auch heute bleibt unklar, wie weit sich eine solche Tradition institutionell oder politisch wirklich erneuern lässt. Gerade diese Spannung macht den Bund aber interessant: Er ist weder bloßes Museum noch einfache Lösung, sondern ein Denkangebot für Gegenwart und Zukunft.

