Markiert: Itzik Manger

Di megile fun vaymar

Di megile fun vaymar

Das Buch Esther für das Weimar des 21. Jahrhunderts Am 25. Juli wurde im Mon Ami im Rahmen des Yiddish Summer Weimar „Di megile fun vaymar“ von Alan Bern uraufgeführt, ein Musiktheaterstück, „das die konkurrierenden Versionen des biblischen Esther-Buches miteinander in eine zeitgenössische, kaleidoskopische Geschichte verwebt“ (Zitat Programmheft). Um zu verstehen, worum es überhaupt geht, muss man vielleicht ein wenig weiter ausholen: Das Buch Esther Das Buch (oder...

Itzik Manger

Itzik Manger

Itzik Manger war einer der bedeutendsten Poeten der modernen jiddischen Literatur. Dies ist der Text einer Ansprache der Pfarrerin Andrea Döhrer. Am 28.01.2018 habe ich zusammen mit Bella Liebermann im Rahmen eines Gottesdienstes zum Holocaust-Gedenktag in der Friedenskirche Liblar in Erfstadt zwei Lieder von Itzik Manger gespielt: „Oyfn Veg shteyt a boym“ und „Dos lid funem tsigele“. Andrea Döhrer hat es verstanden, sehr einfühlsam über Itzik Manger zu...

Itzik Manger

Der Barde einer ermordeten Zivilisation Itzik Manger wurde 1901 im damals habsburgischen Czernowitz als Sohn eines Schneidermeisters geboren; die Familie floh im Ersten Weltkrieg ins rumänische Jassy, sodass der heranwachsende Itzik die ganze Ortlosigkeit seiner jüdischen Kultur am eigenen Leibe erlebte: Das Habsburgerreich zerfiel und damit für die jüdischen Untertanen eine relative bürgerliche Sicherheit, an deren Stelle im Königreich Rumänien staatlicher Antisemitismus trat. Lebenslang hatte Manger die falschen...

Oyfn veg shteyt a boym

Den kleinen Itzik dauert der Baum, der im Winter trostlos und einsam dasteht, und er beschließt, ein Vogel zu werden, im Baum zu überwintern und ihn zu trösten. Die fürsorgliche und gleichzeitig gnadenlose  Liebe und Vorsorge der Mutter, der „jiddischen Mame“, vehindert jedoch, dass der Kleine flügge wird. In einer weiteren Bedeutungsebene steht der Baum für die Mitte des letzten Jahrhunderts vom Untergang bedrohte jüdische Kultur. Itzik Manger...